Rund 600 Markierungen, jede Menge Latschen und insgesamt knapp 15 Kilometer und fast 1.000 Höhenmeter im Arbeitseinsatz, Aufstieg und Abstieg zum Appelhaus nicht mitgerechnet: Ein Wochenende lang war ein vierköpfiges Team der Naturfreunde Bad Aussee im Toten Gebirge unterwegs, um den Weg 232 vom Albert-Appel-Haus auf den Großen Woising wieder auf Vordermann zu bringen und den Steig auf den Redenden Stein auszuschneiden und dort das Gipfelbuch zu tauschen. Zuletzt markiert wurde der Weg im Jahr 2014, nach zwölf Jahren war eine Auffrischung also bitter nötig.
Am Freitagnachmittag ging es gegen 15:00 Uhr über die Oberwasseralm und die Augstwiesen hinauf zum Appelhaus. Nach kurzer Rast folgte gleich der erste Arbeitseinsatz: Mit einer kleinen akkubetriebenen Motorsäge stiegen wir auf den Redenden Stein und schnitten den Weg großzügig aus. Die Latschen waren so zahlreich, dass zeitweise sogar der Leatherman zum Einsatz kam, damit jeder ein Werkzeug in der Hand hatte, wobei die gröberen Geräte naturgemäß für mehr Freude sorgten und daher fleißig durchgetauscht wurden. Nebenbei wurde auch das Gipfelbuch erneuert, das bereits seit Jahresbeginn vollgeschrieben war. Bei Sonnenuntergang kehrten wir zufrieden zum Appelhaus zurück.
Tagwache um 5:30 Uhr, Abmarsch um 6:00 Uhr. Der Weg zum Großen Woising war seit 2014 nicht mehr markiert worden, das sah man den Markierungen auch deutlich an. Interessantes Detail am Rande: Die nordseitig ausgerichteten Markierungen waren deutlich weniger ausgeblichen als jene, die der Sonne ausgesetzt waren.
Die Arbeitsaufteilung war schnell eingespielt: Sinan trug den Schwerlastrucksack mit Ersatzfarben, Benzinsäge und den Akkus für die Akkusäge und schnitt entlang des Weges fleißig aus, Latschen gab es reichlich.
Walter gab mit Drahtbürste und weißer Farbe das Tempo vor: Moos entfernen, den mittleren weißen Strich nachziehen, und weiter. David und Florian folgten mit der roten Farbe und wechselten sich dabei ab – einer ging vor und übernahm eine Markierung, der andere die nächste. Nach kurzer Zeit hatten wir uns richtig gut eingespielt und arbeiteten uns Markierung für Markierung, Schriftzug für Schriftzug und Pfeil für Pfeil hinauf zum Großen Woising.
Aus den geplanten 5 Stunden wurden am Ende 8,5 – wobei wir am Rückweg auch noch den Abstecher zum Henarsee mitnahmen. Kurioserweise kamen uns dort die meisten Leute entgegen; zum Großen Woising schien sich an diesem Tag sonst niemand aufzumachen. Für die knapp 11 km und 700 Höhenmeter, die wir normalerweise in etwa 3,5 bis 4 Stunden gehen, brauchten wir durch das Markieren rund 7 Stunden reine Gehzeit, nach unserer Rechnung haben wir dabei an die 600 Markierungen nachgemalt. Das Ausschneiden nahm ebenfalls mehr Zeit in Anspruch als gedacht, sodass wir immer wieder aufeinander warteten.
Gegen Ende wurde die wasserlösliche Farbe zunehmend zur Wasserfarbe, da wir sie strecken mussten, um die letzten Markierungen noch zu schaffen. Die allerletzten paar kurz vor dem Appelhaus mussten wir schließlich auslassen, die Farbe war aus. Für die Statistik: Verbraucht wurden zwei große Dosen Weiß sowie zwei große und eine kleine Dose Rot. Optimal wären drei große rote Dosen gewesen – eine Notiz für die nächste Aktion.
Gegen 15:00 Uhr trudelten wir langsam wieder beim Appelhaus ein, wo das verdiente Mittagessen wartete.
Gegen 16:00 Uhr macht sich Florian noch an den Abstieg und reparierte unterwegs zwei Wegweiser. Beim ersten, der von der Brunnwiesenalm kommend zur Schoberwiesalm und zum Tressensattel zeigt, war die Haltevorrichtung um 180 Grad verdreht montiert, ein paar gekonnte Griffe mit dem Schraubenschlüssel später war das Problem gelöst, ganz ohne mitgebrachtes Material. Beim zweiten Wegweiser kurz vor dem Backenstein, der zur Henaralmhütte zeigt, fehlte die gesamte Haltevorrichtung samt Schelle, diese wurde montiert, und nun strahlt auch dieser Wegweiser wieder unter jenem zum Appelhaus.
Der Abstieg über das Geröllfeld des Almbergwegs war nach fast elf Stunden Wanderung durchaus noch einmal fordernd, der obligatorische Sprung in den Grundlsee entschädigte aber wie gewohnt für alle Mühen.
Der Rest der Truppe ließ den Abend gemütlich am Appelhaus ausklingen und stieg am Sonntag über die Augstwiesen und die Oberwasseralm ab.
Der Weg 232 zum Großen Woising sowie der Weg zum Redenden Stein sind nun wieder durchgehend frisch markiert und großzügig ausgeschnitten. Einer Wanderung auf diese wunderschönen Gipfel im Toten Gebirge steht also nichts mehr im Weg.
Ein großes Danke an alle Beteiligten, allen voran Hüttenwirt Flo Marl vom Albert-Appel-Haus für die logistische Unterstützung mit der Materialseilbahn sowie für die Unterstützung bei Unterkunft und Verpflegung an diesem Wochenende.